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Das alte Schulhaus

Erbaut wird das Schulhaus mit einer Gesamtfläche von 174,5 m² im Jahre 1784 vom Stift Neukloster. Die „ Pfarr- und Trivialschule St. Valentin“ (trivial = allgemein zugänglich) wird von den Kindern aus Grafenbach, St. Valentin, Landschach, Oberdanegg, Köttlach, Thürmannsdorf, Hilzmannsdorf und Wimpassing besucht.

1835 erhält die Schule eine Abortanlage. Vorher verrichteten die Kinder ihre Notdurft auf der Straße bzw. im Freien! 1873 wird im Hause des Glasermeisters Karl Fischer, St. Valentin 20, im 1. Stock eine 2. Klasse mit Halbtagsunterreicht eröffnet.

1875 sind 350 Kinder untergebracht! Köttlach und Thürmannsdorf scheiden mit 17 Kindern aus der Schulgemeinde aus und 1877 ist durch die Eröffnung der Schule Wimpassing der Abgang weiterer 140 SchülerInnen zu registrieren.

Am 12. August 1878 beginnt der Unterreicht in der neuen Schule, die bereits dreiklassig geführt wird. 1918 wird das alte Schulgebäude an die Gemeinde St. Valentin – Landschach um 8.000 Kronen verkauft. 1923 verkauft die Gemeinde das Haus an Zimmermeister Franz Höller, der einen Stock aufbaut.

Die „neue“ Schule

Das neue Schulhaus wird durch Baumeister Johann Scheiber aus Gloggnitz in den Jahren 1876-1878 erbaut. 1888 wird die Unterlehrerwohnung im Erdgeschoß in ein viertes Klassenzimmer umgebaut und 1897 werden im 1. Stock aus drei Klassen vier gestaltet, somit erhöht sich die Klassenzahl auf fünf.
1905-1907 werden durch Um- und Zubauten zwei weitere Klassenzimmer geschaffen und somit ist die Schule siebenklassig. Am 27.9.1907 wird der Name der Schule geändert, aus der Schule „ St.Valentin – Landschach“ wird die Schule „Grafenbach“.

1919 werden wegen fehlendem Brennmaterial Kälteferien gemacht. Am 11. März 1920 wird hier die Ausspeisestelle der amerikanischen Kinderhilfsaktion errichtet. 150 Kinder erhalten täglich eine Mahlzeit, bestehend aus Milch, Schokolade, Kuchen und Bohnen. Auch Kleider und Schuhe werden an die Kinder vergeben. Die Hilfsaktion dauert bis Dezember 1920.
1925 - 1926 werden in der Schule landwirtschaftliche Fortbildungskurse sowie Koch- und Haushaltskurse abgehalten.
1929 erfolgt die 2. Namensänderung: „ Schule Grafenbach“ wird auf „Schule St. Valentin – Grafenbach“ umgeändert. 1930 wird der Turnunterricht unter Lehrer Josef Stickler erweitert durch Schi fahren, Eislaufen und Schwimmen. Die Mittel zum Ankauf der Schi- und Eislaufschuhe werden durch eine Schulaufführung aufgebracht. Im gleichen Schuljahr wird wegen Sparmaßnahmen die Klassenzahl auf fünf reduziert.

Am 5. September 1931 besuchen 167 Schulkinder die Volksschule und zwar 69 SchülerInnen aus Grafenbach, aus St. Valentin 61 SchülerInnen, aus Putzmannsdorf 17 SchülerInnen, aus Oberdanegg 13 SchülerInnen und aus Hilzmannsdorf 7 SchülerInnen.
Die Not, verursacht durch Massenarbeitslosigkeit, zwingt die Schulleitung zur Einführung einer Suppenaktion. Erstmalig gibt es Elternsprechstunden. 1934 muss die Schuljugend über Auftrag der Vaterländischen Front geschlossen an der Sonnwendfeier auf der Leimnitz teilnehmen.

Am 28. Juni 1936 besucht seine Eminenz Kardinal Erzbischof Theodor Innitzer die Schule. Ab 1937 wir die Schule, trotz 172 Kindern, dreiklassig geführt.

Mit Kriegsbeginn wird die 6. Kompanie des Gebirgsjägerregiments Nr. 139 aus Villach in der Schule einquartiert. Durch ständige Fliegerangriffe auf die „Ostmark“ ist der Unterricht in den letzten Kriegsjahren erheblich beeinträchtigt und gestört. Es muss auch nachmittags unterrichtet werden.
1945 wir der Unterricht von 1. April bis 17. Mai komplett eingestellt. Die Versorgung mit Lebensmittel ist zu der Zeit völlig zusammen gebrochen, sodass viele Schulkinder kein Jausenbrot haben.

Am 8. Juli 1946 übernimmt Frau Lehrerin Maria Hartberger, die bereits seit 1942 an der Schule vorbildlich gewirkt hat, die provisorische Leitung der Schule. 1949 gibt es wieder einen landwirtschaftlichen Fortbildungskurs für 9 Burschen und 13 Mädchen unter OL Gustav Ehrenböck. Am 4. September d. J. übernimmt OSR Richard Hauser die Schulleitung.

1950 wird der „Freie Elternverein Grafenbach“ gegründet und 1960 erhält die Schule erstmalig einen Telefonanschluss. Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Grafenbach und St. Valentin (1966) lautet der Name „Schule Grafenbach – St. Valentin“.

1967 wird eine ölbefeuerte Zentralheizung.

1978 findet die 100-Jahrfeier der Volksschule statt. Umfangreiche Renovierungsarbeiten gehen dieser Festlichkeit voraus: Fenster und Türen werden erneuert, das Dach neu gedeckt, die Zentralheizungsanlage überholt, neue Möbel für die Klassenzimmer angeschafft, sowie die erforderlichen Maler- und Anstreicherarbeiten durchgeführt.

Ein großer Mangel an unserer Schule war stets das Fehlen eines Turnsaales. Es war ein Turnplatz vorhanden, bei Schlechtwetter aber musste in der Turnklasse geturnt werden. Ein Zustand der zunehmend unbefriedigend war und eine Benachteiligung gegenüber anderen Schulen darstellte. In den Jahren 1988 – 1990 wird daher eine Turnhalle an das Schulhaus angebaut und als Bauteil integriert. Das gesamte Schulhaus wird innen und außen neu gestaltet und im März 1990 festlich eröffnet. Seither steht die Turnhalle der gesamten Bevölkerung zur Verfügung und wird gerne in Anspruch genommen.

 

Im Jahr 2016 erfolgt ein weiterer großer Um- und Zubau. Ausgehend von der Generalsanierung des Turnsaales werden zwischen April und November zwei neue Klassenzimmer geschaffen. Die Dachterrasse wird vergrößert und überdacht und beherbergt nun ein großzügiges Lehrerzimmer, einen Besprechungsraum und eine neue Direktionskanzlei. Die Schülergarderoben bekommen ebenfalls mehr Platz. Außerdem gibt es nun eine kleine Küche, die auch für den Unterricht genutzt werden kann. Ein neuer Ausgang vom Obergeschoß führt in eine kleine "Freiluftklasse", die zum Lesen, Malen, ... genutzt werden kann und weiter in den Schulgarten. Und natürlich ist der neue Turnsaal nun das Schmuckstück der Schule.

 

Ab dem Schuljahr 2017/18 hat die Volksschule 8 Klassen (zwei pro Jahrgang). Der ehemalige Informatikraum wird zu einem schönen neuen Klassenzimmer umgebaut und in der Mehrzweckklasse sind nun 20 neue Computer untergebracht. Alle Klassen verfügen über PCs und Notebooks.

 

Der obere Schulgarten wird im Schuljahr 2018/19 saniert.

SchulleiterInnen ab 1785
1785   Karl Geltner
1828   Anton Pehm sen.
1872   Karl Eder
1773   Franz Schwarz
1874   Anton Pehm jun.
1876   Anton Decker
1887   Franz Philipp
1919   Eduard Riegler
1926   Konrad Widhalm
1945   Franz Mauser
1945   Gustav Ehrenböck
1946   Maria Hartberger
1946   Alexander Sinn
1947   Maria Hartberger
1948   Gustav Ehrenböck
1950   Richard Hauser
1965   Hilde Beck
1965   Walter Fitz
1976   Johann Schinkenmayr
1985   Christine Hofer
2003   Brigitte Putschögl
2013   Brigitte Kaliwoda